"Dieses Schlachtfeld darf als Mahnmal für die Gefallenen und für den Irrsinn eines Krieges nicht in Vergessenheit geraten", erklärt Joseph Klein (85), im Krieg Leutnant der deutschen Wehrmacht und einer der wenigen Überlebenden der Schlacht um den Monte Cassino. Dort am Fuße des Klosters, dessen historische Schätze dank eines deutschen Offiziers gerettet werden konnten, begegnete dem Wolfsburger auch der Unternehmer Richard Hartinger. Das von dessen Vater 1934 gegründete kleine Fruchtsaftunternehmen in Rinteln baute der heute 76jährige zu einem der größten Getränkeunternehmen Europas aus.
"Mein Vater schuf die Basis für die heute mehr als 2.000 Beschäftigten des Familienunternehmens, an dessen Spitze heute mein ältester Sohn und ich gemeinsam stehen. Doch den Aufstieg des von ihm gegründeten Unternehmens durfte mein Vater nicht erleben, er wurde ein Opfer der Schlacht von Monte Cassino." Der Inhaber der Riha Getränkegruppe besucht hier oft das Grab seines Vaters und hat ebenso wie Joseph Klein bereits in der Vergangenheit die Pflege des Friedhofes durch Spenden unterstützt. Mit der nun von ihnen gegründeten Monte Cassino Stiftung wollen sie gemeinsam erreichen, dass der deutsche Soldatenfriedhof am Monte Cassino über die Generationen, die den 2. Weltkrieg noch selbst miterlebten, hinaus als Mahnmal gegen den Krieg dauerhaft erhalten bleibt und das damalige Geschehen auch bei den nachfolgenden Generationen nicht in Vergessenheit gerät.
Insbesondere Schulen soll hierzu Informationsmaterial zugänglich gemacht werden und Besuche in Cassino von Schulklassen aus den an den damaligen Kämpfen beteiligten Nationen gefördert werden. "Zudem zentral zwischen zum Weltkulturerbe zählenden Orten wie Pompeji und Rom gelegen, bietet sich Cassino als Exkursionsziel nicht nur für Schulklassen geradezu an", erklärt der agile Unternehmer. "Hierzu bedarf es aber Museums- und Friedhofsmitarbeiter in Cassino, die fremdsprachkundig sind. Jeden Tag kommen Überlebende und Angehörige aus aller Welt hierher, sie suchen die Gräber ihrer Kameraden, ihrer Väter oder ihrer Verwandten," erklärt er weiter, "und diese Menschen sprechen selten italienisch."
Joseph Klein, der es durch Fleiß und Unternehmergeist zu Wohlstand an seinem Lebensabend gebracht hat, erläutert weiter: "An keiner Schlacht im 2. Weltkrieg waren so viele Nationen beteiligt wie an der um den Monte Cassino. Kaum ein anderer Ort eignet sich deshalb besser als internationales Mahnmal gegen den Krieg und zum Gedenken der Opfer, gleich welcher Nationalität und gleich auf welcher Seite sie standen."
"Unser Wunsch ist auch, dass sich an diesem Ort Menschen verschiedener Nationen begegnen und einander kennen und verstehen lernen. So wie ich es als Kriegsteilnehmer mit meinen ehemaligen Gegnern, die mir heute vielfach zu Freunden geworden sind, hier getan habe." "Den Toten zu gedenken und die Erinnerung an das Geschehene wach zu halten, um nachfolgende Generationen vor den Schrecken des Krieges zu bewahren", bringt Richard Hartinger den Sinn und Zweck der Monte Cassino Stiftung auf den Punkt. "Und wir laden jedermann ein, uns bei dieser Aufgabe zu unterstützen".


